Europa

verfasst von Freiherr Otto Hiller von Gaertringen

Vorbemerkung zu Europa !

Teilweise leider noch nicht in Zusammenarbeit mit anderen Erneuerungskräften in unseren europäischen Nachbarstaaten, teilweise aber bereits zusammen mit diesen hat die Alternative für Deutschland es sich zur Aufgabe gemacht, einen Beitrag dazu zu leisten, daß Deutschland und Europa sich nicht weiter in einer sich immer mehr beschleunigenden Abwärtsspirale nach unten bewegt. Es handelt sich bei dieser Ab­wärtsspirale um eine Entwicklung, welche, wenn nicht eine ganz und gar grundsätzli­che Umkehr erfolgt, bereits in diesem Jahrhundert auf ein Ende des Selbstbestim­mungsrechtes der Völker Europas hinauslaufen wird.

Die drohende feindliche Über­nahme wird alle Lebensbereiche der Völker Europas um­fassen. Die Kultur, die Wis­senschaften, die geltenden Rechte und Gesetze, die Le­bensweise bis in die tägliche Alltagswelt hinein, alles wird von dieser Entwicklung erfaßt werden. Wer sich um­schaut, erkennt, daß dieser Vorgang bereits in vollem Gange ist. Die Bereiche, später die Nischen, die nicht fremdbestimmt sind, werden kleiner und kleiner werden. Nichts wird vor dem Zugriff der Europa mit Verständnislo­sigkeit Begegnenden und Europa feindlich Gesonnenen sicher bleiben. Diese Grup­pen sind in einem rasanten Wachstum begriffen. Setzen sich die vorherrschenden Be­strebungen und Entwicklungen fort, wird in absehbarer Zeit die europäische Ge­schichte nur noch ein Nachspiel derselben sein. Dies gilt es zu verhindern.

ong>Nur auf dem festen Fundament einer kulturellen und sittlichen und vernunftgeleiteten Grundlage wird es uns gelingen, die geistig-moralische Wende herbeizuführen, von der Helmut Kohl Anfang der 80iger Jahre sprach, die aber nie stattfand. Nicht Allge­meinplätze, Parolen, Schlagworte, Plattheiten können eine solche geistig-moralische Wende begründen und vorantreiben, sondern nur das breite und tiefgründende Fun­dament einer Substanz, die aus dem gebildet wird, was Europa im besten Sinne des Wortes ausmacht. Mit folgendem Papier legt der Verfasser dieser Zeilen hierzu einen Diskussionsbeitrag vor, den er als einen Ausdruck alternativen Denkens (Denkens im Sinne der Alternative für Deutschland und im Sinne anderer europäischer Erneue­rungsbestrebungen) verstanden wissen will.

Der folgende Text versucht so kurz und so einprägsam wie nur möglich grundlegende Wesensmerkmale Europas deutlich zu machen. Wenn nicht alle eigentlich ausführlich darzustellenden Gesichtspunkte im folgenden in allen Einzelheiten zur Darstellung gelangen, wie es zugunsten der Klarheit eigentlich wünschenswert wäre, so bitte ich um Nachsicht: Die zur schnellen Übersicht und die zur etwas ausführlicheren Dar­stellung vorgesehenen Seiten weiter unten sollen im Interesse des Lesers in kurzer (Teil 1.a und 1.b) bzw. in kürzester Zeit (Teil II. a und II. b) bewältigt werden können. Es würde mich freuen, wenn alles, was sich weiter unten hieran anschließt, möglichst vielen Lesern unser gemeinsa­mes Fundament bewußt macht, dieses Fundament ver­tieft und dieses noch fester be­gründet – all dies zum Wohl unseres geliebten Vater­landes und unseres geliebten Erd­teils!

Vergessen wir bei all dem aber nie folgendes: Nur mit Gottes Hilfe wird es uns gelin­gen, den überall um uns herum sichtbaren Niedergang aufzuhalten und Deutschland und Europa wieder zu erneuern.

Europa !

Es gibt gar manchen, manch aparten Plan, der Menschheit tief sich ins Gedächtnis einzu­brennen. Der feinste Plan ist’s hierbei, die Menschheit ewig dazu anzuhalten, dem Wahne nachzuspüren, welch böser Geist ihn oder sie so trieb, sich solcherart der Nachwelt ewig zu empfehlen.                                                                                  (Johannes Schneider, * 1949 )

 

Lieber Leser, Sie finden in diesem Schriftstück hier vor allem zwei  Zusammen­fassungen der Pariser Erklärung 2017[1]. Wenn Sie sehr wenig Zeit haben, dann lesen Sie nach der Einleitung auf dieser Seite („Die Lage: Europa ist in tödli­cher Gefahr!“) die zweite Kurzzusammenfassung (Teil II.a. und II.b., Seite zwölf und 13). Dafür benötigen Sie etwa drei Minuten.

Die Lage: Europa ist in tödlicher Gefahr!

Seit seinen frühesten Anfängen hat Europa große, aber auch schreckliche Zeiten erlebt. Kriege, Krankheiten, Naturkatastrophen haben unseren Kontinent in seiner langen Geschichte heimgesucht. So schrecklich diese Ereignisse manchmal auch gewesen sein mögen, haben sie doch nie ganz das bedeutende Gemeinsame, das trotz allem Verbindende, das, was Europa eigentlich ausmacht und einzigartig macht, zerstören oder auch nur völlig verdunkeln können.

Heute ist Europa in der größten Krise, seit es Europa gibt. Keine Naturkatastrophe, keine Krankheit und kein Krieg, der uns aufgezwungen wird, bedroht unseren Konti­nent. Europa ist vielmehr durch sich selbst bedroht.

Warum ist das der Fall? Weil manche Europäer meinen, Europa sei überall oder müsse bald überall sein. Als Folge dieses Irrtums wächst die Gefahr, daß Europa bald nirgendwo mehr sein wird. Es wächst die Gefahr, daß Europa das Bewußtsein dafür abhanden kommt, was Europa eigentlich ausmacht. Es droht der Verlust des Wissens, daß kein Gut der Welt ohne Schutz bestehen kann. Europa ist von innen her­aus, durch sich selbst gefährdet, gefährdet  durch das falsche Europa.

Das ist der Kern der Krise, die eigentliche Ursache der tödlichen Gefahr, in der wir uns befinden, einer Gefahr, die zur Zeit stetig wächst.

Die Ursachen und mitbestimmenden Umstände dieser Gefahr sollen in all, dem, was unten folgt, deutlich gemacht werden.

Der folgende Text und die Pariser Erklärung 2017 – eine Danksagung

Eine Gruppe von 13 europäischen Philosophen hat eine Erklärung (Pariser Erklä­rung 2017) von knapp 20 Seiten verfaßt und unterzeichnet, in der diese Gelehrten die Lage Europas und Gründe für diese Lage Europas beschreiben. Diese Erklärung ist Ausgangspunkt des gesamten Ihnen, lieber Leser, hier vorliegenden Textes. Die­ser besteht im wesentlichen aus zwei Zusammenfassungen desselben Textes, der Pariser Erklärung 2017.

Mit einer solchen, auf den ersten Blick überraschenden Vorgehensweise (zwei Zu­sammenfassungen hintereinander) versuche ich Ihnen die Möglichkeit zu geben, sich vorab ganz kurz einen ersten Eindruck zu verschaffen. Für das Lesen von Text II.a und II.b. benötigen Sie drei Minuten. Sollten Sie, lieber Leser, etwas mehr Zeit ha­ben, können Sie auch gleich die ausführlichere Zusammenfassung (I.) lesen. Oder lesen Sie erst die Kurzzusammenfassung (#2) und dann – bei Interesse – die aus­führlichere (II.). Für die etwas ausführlichere Zusammenfassung (sechs Seiten) be­nötigen Sie zehn bis 15 Minuten.

Den Verfassern und Unterzeichnern der Pariser Erklärung 2017, denen ich beim Verfassen meines Textes ein vertieftes Verständnis unsere Lage ebenso wie den inneren Antrieb zum Verfassen alles Folgenden zu verdanken habe, sei an dieser Stelle aufrichtig und herzlich gedankt! Ich hoffe, daß ich in meiner Darstellung ihre Gedanken nicht verfälschend, sondern nur prägnant zusammengefaßt und zutreffend an die deutschen Verhältnisse angepaßt habe. Auch hoffe ich, daß ich zutreffend und in ihrem Sinn den Blick für Europas gerade ältere geschichtliche kulturelle Über­lieferung  ein wenig geschärft habe. Um meiner Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen, vor allem aber, um zum Lesen der Pariser Erklärung 2017 anzuregen, möchte ich an dieser Stelle die Namen der Verfasser und Unterzeichner der Pariser Erklärung 2017 aufführen:

Philippe Bènéton (Frankreich), Rémi Brague (Frankreich), Chantal Delsol (Frankreich), Roman Joch (Tschechische Republik), Lánczi András (Ungarn), Ryszard Legutko (Polen), Pierre Manent (Frankreich), Janne Haaland Matlary (Norwegen), Dalmacio Negro Pavón (Spanien), Roger Scruton (Vereinigtes König­reich), Robert Spaemann (Deutschland), Bart Jan Apruyt (Niederlande), Matthias Storme (Belgien)

Unsere Lage und die Pariser Erklärung 2017

Als eine vor allem auf Deutschland bezogene Zusammenfassung der Pariser Erklärung 2017 ist dieser Text gedacht. Das heißt, es handelt sich zunächst um eine Aufklärungsschrift. Dar­über hinaus ist er auch eine private Meinungsäußerung des Verfassers. Nichtsdestotrotz soll der Text aber gerade auch eine Anregung zur öffentlicher Diskussion sein und ein Anstoß zum Handeln immer da, wo sich die Möglichkeit dazu eröffnet. An solchen Anstößen und Anlässen  lassen sich viele finden, wenn man danach sich etwas umschaut.

Staatsverschuldung, eine verrottende Infrastruktur,  ein sinkendes Bildungsniveau bei gleich­zeitiger Noteninflation, Einbruch der demographischen Nachhaltigkeit, Rentenkrise, Sparer-Enteignung durch Niedrigzinsen, wachsende Kriminalität bzw. Kriminalität früher kaum oder nicht be­kannter Art (z.B. Massenvergewaltigungen, fast täglich Messerangriffe, organisierte und Fa­miliensippen-Kriminalität), Einwanderungsanreize für Antisemiten, Zensurbestrebun­gen, Hetze, Haß und Gewalt, gerichtet ge­gen Vertreter einer kritischen Öffentlichkeit, Zen­surbe­strebungen und Einschüchterungsversuche zur Disziplinie­rung einer kritischen Öffent­lichkeit – das sind nur einige der Plagen, die Deutschland und Europa seit geraumer Zeit heimsu­chen. Die Liste der Fehlentwicklungen ließe sich über die ganze Seite fortsetzen. .

All diese Fehlentwicklungen sind aber nicht vom Himmel gefallen. All diese sind auch nicht auf Deutschland be­schränkt. All das, was uns jeden Tag mehr plagt,  ist in erster Linie die Folge politischer Versäumnisse und falscher Politik in Europa und für Europa – in manchen Bereich seit Jahrzehnten. (Man denke nur an die Bereiche der Politik, die auf die demogra­phische Entwicklung Auswirkungen haben.) Insofern sind wir in der Tat in einer  europäische Union.

Es gibt aber auch Unterschiede innerhalb der Europäischen Union. Unter den Politikern, die Europapolitik machen, sind deutsche bekanntlich die überzeugtesten Anhänger der EU. Kennen Sie auch nur einen Staatsmann eines anderen europäischen Landes (außer Deutschland), der in seinen Bemühungen an den idealistischen Drang eines der unsrigen heranreicht? Einen, der solche Anstrengungen unternimmt, Land und Leute im Sinne unse­rer europäischen Überzeugungen und Ideale tatkräftig umzuformen? Der uns alle so mit fe­ster Hand in die neue, schönere Zukunft europäischer Werte führen will? Ihnen wird kein Namen einfallen. Deutsche Politiker mögen nicht die einzigen Europäer sein. Sie sind aber – im Sinne der Union – die eigentlichen!

Sind das Ausmaß der Begeisterung deutscher Politiker für die „europäische Idee“ und ihr Sendungsbewußtsein, mit dem sie bei der Sache sind, sicher ein Alleinstellungsmerkmal, ein Sonderweg sein, so hat Deutschland auf der anderen Seite auch wieder etwas mit allen an­deren europäischen Ländern gemeinsam. Auch Deutschland hat eine Partei, die als „popu­listisch“ oder „rechtspopulistisch“ bezeichnet wird. Der Vorwurf des „Populis­mus‘“ läuft i.a. darauf hinaus, daß man Bürgern damit unterstellt, sie verstünden die Krise der Gegenwart nur ober­flächlich oder sogar falsch. Dementsprechend seien ihre Vorschläge zur Lösung der Krise eben auch nur ober­flächlich oder falsch – eben „populistisch“. Die Pariser Erklärung 2017, die den folgenden Gedanken als Grundlage dient, läßt aber gerade die obigen Vor­würfe des Haupt­stroms und – ganz allgemein – das politisch korrekte Verständnis der Krise der Ge­genwart als oberflächlich und falsch erscheinen. Die Pariser Erklärung 2017 dringt näm­lich zum Ver­ständnis des Kerns unserer Lage vor. Da die Un­terzeichner der Pariser Er­klä­rung 2017 erkennen, wo die Krise der Gegen­wart herrührt, können sie auch eine Ori­entie­rung zur Behebung der vorliegenden Fehl­entwicklungen geben.

Vorbemerkungen zur Pariser Erklärung 2017 und zum hier vorliegenden Text

Die folgenden Gedanken sind der Versuch, unsere Lage zu kennzeichnen, d.h. zu verstehen und zu beschreiben und darüber hin­aus Kern- und Grundwerte deutlich zu machen, ohne die keine politi­sche Kraft in Deutschland und Europa eine Wende zum Erhalt und zur Erneuerung unserer einzelnen europäischen Länder und Europas insgesamt finden wird. Deshalb haben die hier vorge­stellten Ge­danken – trotz einiger Konkretisierungen – die Aufgabe, weit über das Tagesgeschäft des Politischen hinauszugehen. Sie sollen Einsichten und Grundwerte  deutlich machen, die für die kom­menden Jahre, wenn nicht Jahrzehnte  Orientierung bieten können.

Die folgenden Seiten sollen auch und vor allen Dingen einen kleinen Beitrag dazu leisten, die offen­bar unheilbar verwirrten Machteliten abzulösen und die Völker in die Lage zu versetzen, sich aus der von Desinformation, Einschüchterung und Einlullung herrührenden Lähmungsstarre zu befreien und die Rettung ihrer Existenz und ihrer Selbstbestimmung in Angriff zu  nehmen.

Eine Bitte vorneweg: Wenn Sie dem vorliegenden Text zustimmen oder ihn für eine anregende Grundlage für den staats-, wirtschafts-  und kulturpolitischen Diskurs halten, dann leiten Sie ihn bitte an alle diejenigen weiter, von denen Sie annehmen, daß diese den Text mit Gewinn lesen können.

Der unbegreifliche Ungeist, der die Europäische Union seit ungefähr zwei Jahrzehnten heimsucht, wird klarsichtig und deutlich in der Pariser Erklärung 2017 („EIN EUROPA, WO(RAN) WIR GLAU­BEN KÖNNEN“) beschrieben.

Im folgenden wird zunächst der Versuch unternommen, die wichtigsten Einzelheiten der EU-Kritik der Pariser Erklärung 2017  kurz darzustellen (Teil I.a., Seite 3 – 8). Was folgt, ist der Gegen­entwurf, das heißt eine Beschreibung, was das wahre Europa ausmacht (Teil I.b., Seite 8 -11 ), so wie es die Unter­zeichner der Pariser Erklärung 2017 verstehen. Demgemäß stimmen die Pariser Erklärung 2017  und die folgende Kurzfassung ( Teil I.a. und I.b.) im großen und ganzen überein. Der Unter­schied zwischen der Pariser Erklärung 2017 und dem hier Vorliegenden ist neben der Kürzung der Pariser Erklärung 2017  eine auch optisch deutliche Gegenüberstellung von EU und Europa in den genannten Teilen I.a. und I.b. als „Werte und Wesen der Europäischen Union“ im Gegensatz zu „Werte und Wesen des wahren Europas“. Ergänzend ist in Abschnitt 18 ein Gesichtspunkt als besonders aktuell und wich­tig hinzuge­kommen. Einige Aspekte der Pariser Erklärung 2017 finden zur Verdeutlichung eine Konkreti­sierung – z.B. in der Forderung der Wiedereinführung der Vertragsfreiheit oder Frei­heit von For­schung und Lehre. Insgesamt sollen 19 Seiten auf ungefähr sechs zusammengefaßt wer­den – ohne wesentliche inhaltliche Einbußen und trotz bestimmter eigener Akzente, die sich aus der ak­tuellen Lage und dem oben genannten besonderen Zweck dieser Zusammenfassung ergeben.

Die Zahlenangaben in Klammern der sechsseitigen  Zusammenfassung (I.a. und I.b., Seite 3-11) be­ziehen sich auf die Numerierung der Ab­schnitte der Pariser Erklärung 2017. Um die Übersicht über den hier vor­liegenden Text zu erleichtern, ist er einer eigenen Numerierung unterzogen worden (24 Ab­schnitte). Die Numerie­rung der zweiseitigen Kurzzusammenfassung am Schluß (II.a. und II.b., Seite 10 und 11) bezieht sich auf den sechsseitigen Text (Seite 3 bis 11).

Für einen ersten Überblick kann man mit der zweiseitigen Kurzzusammenfassung (Seite 12 – 13) begin­nen, welche die Zusammenhänge allerdings sehr stark verkürzt. Einzelheiten und Zusammen­hänge werden deutli­cher in der Zusammenfassung von knapp sechs Seiten.

Ebenso wie die Pariser Erklärung 2017 orientiert sich der hier vorliegende Entwurf an den Regeln der klassisch-le­serfreundlichen Orthographie.[2]

Beide Zusammenfassungen mögen zum Lesen des Ausgangstextes, der Pariser Erklärung 2017 von 19 Seiten, anregen, deren Lektüre sich in jedem Fall lohnt!

Die Pariser Erklärung 2017 haben 13 bedeutende Gelehrte verfaßt und unter­zeichnet. Es sei wiederholt: Nur in einem solchen Geist kann es politi­schen Kräften in unse­rem Land und diesen auch nur zusammen mit von gleichem Ethos bestimmten Verbündeten in unseren befreundeten europäi­schen Nach­barstaaten gelin­gen, unseren Erdteil vor vorabsehbarem kulturellem Zu­sam­men­bruch und Fremdherrschaft zu bewahren!

I.a Werte und Wesen der Europäischen Union

Es gibt Momente im Leben des einzelnen Menschen wie in dem ganzer Völker, wo alle Er­fahrung, alle Geschichte umsonst zu ihnen spricht. In solchen Momenten werfen ganze Geschlechter das mühsam errungene Gewissen hin, um einem Wahn nachzujagen, den das nächste Geschlecht schon zu begreifen sich vergeblich müht. (Otto Ludwig, aus dem Nach­laß, 1813 – 1863)                                                                        

1.. Die Europäische Union (EU) steht nicht für Europa und die Werte, die unseren Kontinent eigentlich ausmachen – die EU steht für ein „falsches Verständnis“ (1) Europas, sie  steht jeden Tag weniger für eine Einheit, die als freiheitlich, demokratisch und rechtsstaatlich oder als kulturell,  sittlich und geistig bezeichnet wer­den kann. Die EU läuft vielmehr auf ein mit „inklusiver Rhetorik“ (20) betriebe­nes, von „internationalen, anonymen Konzer­nen domi­niertes“ Großprojekt (20) hinaus, bei welchem Kulturmarxisten zwecks Verwirklichung universalisti­scher Eine-Welt-Entwürfe im Sinne eines Zweck­bündnisses kollaborieren.

2.. Das falsche EU-Verständnis von Europa beginnt bei einer allgemeinen Haltung, die nicht von Liebe zur jeweils nationalen und insgesamt zur europäischen Kultur geprägt ist (1), sondern vielmehr von einer weitge­henden Ablehnung der Kultur und Kul­turleistungen Europas, dies aufgrund von Unwis­sen und aufgrund eines fal­schen Verständnisses derselben. Europa ist „gefährdet durch ein falsches Verständnis seiner selbst.“ (2) Die Wahrnehmungsweise der „Mandarine der EU-Institutionen“ (19)  kennzeichnen Vorurteile, Halbwissen, Ressenti­ments, Neid, Borniertheit, „Hoch­mut“ (3) und Banau­sentum.

3.. „Sie (die EU-Funktionäre) ignorieren die christlichen Wurzeln“ (3) als unverzichtbare Wesensele­mente des wahren Euro­pas. Stattdessen propagieren sie sexuelle „Selbstverwirklichung“ (14)  im Sinne einer egoisti­schen Dere­gulierung der Sexualität und Förderung von konsumorientierten Sit­tenlosigkeit und mora­lischen Verwirrung und Verwahrlosung durch Ideo­logien wie z.B. Genderismus. Das Streben nach sittlichem Anstand weicht der Propagie­rung von „Obs­zönitäten“ (16), wie es z.B. bei entsprechenden öffentlichen „Paraden“ in aller Schamlosigkeit für jedermann deutlich wird.  Der Begriff der menschli­chen Würde wird durch eine materialistische Sicht des Menschen entwertet und ausgehöhlt und damit von dem menschlichen Streben nach Sitt­lichkeit abgekoppelt. In ihrem materi­alistischem Rela­tivis­mus werteblind geworden, wird Vertretern der EU die klassische Suche des Men­schenge­schlechts nach dem Schönen, Wahren, Guten zum Wahn, zum ‚sozialen Konstrukt‘.

4.. Das „falsche Europa“ (u.a. 20) zielt auf ein Imperium mit einem „falschen Christentum“ (13), eine Er­satz­religion, die von „Massenkultur und materialistischer Konsumfixiertheit“ (20), „politisch er­zwungener Konformität“ (16) und „Gleichheits“-Wahn (17) gekennzeichnet ist und die „letzt­lich nicht zum Erhalt der Zivilgesellschaft beitragen“ (20) kann. „Über die Dauer einer Generation hat Europa das Großprojekt des Multikulturalismus verfolgt“ (17). Das Deutschland der „Willkommenskultur“, das von seinen politischen Füh­rern seit Herbst 2015 eifernd vorangetrieben wird, ist ein „historisch ein­zigartiges Experi­ment“ (Yasha Mounk).

5.. Eine „Ausweitung der Regierungskompetenzen, eine zunehmenden Gängelung der Gesellschaft und eine zunehmende Indoktrination des Bildungssystems“ (20) versuchen diese Transformation im Sinne des neuen Glaubens  voranzutreiben bzw. absurderweise – andererseits – die familien- und gemeinschaftszerstörerischen Ten­denzen der vorange­triebenen Entwicklung zumindest teilweise in Zaum zu halten.

6.. Die neue „Ersatzreligion“ (24) kämpft einen „utopistischen, pseudoreligiösen Kreuzzug“ (26) mit „Glaubensbekenntnis“ (politisch korrekten Verlautbarungen von Politikern und Medien) und „Kir­chenbann“ (Verfolgung von Meinungsabweichlern (Sarrazin u.a., 24), einschließlich perfider Ermun­terung zu Gewalt gegen Kritiker. Der Geist wird u.a. durch politisch korrekte Sprach- und Denkver­bote und Sprach­reglungen in Ketten gelegt, das Triebleben hingegen entfesselt und das Laster geför­dert, be­ginnend mit Förderung moralischer Verwirrung in der frühkindlichen „Erzie­hung“ in öffentli­chen Einrichtungen.

7.. „Intellektuelle Redlichkeit und Objektivität“ (21) waren einst „Leitstern des europäischen Den­kens“ (21), der öffentliche Diskurs ist heute von einer „Tyrannei der herrschenden Meinung“ (21) gekenn­zeichnet. Eine „selbstgefällige und unreflektierte Feindseligkeit“ gegen die eigenen Völker und „was unsere eigene Identität betrifft“ (21), zeichnet „eine einseitige Karikatur unserer Ge­schichte“ (2). Das falsche Europa setzt alles daran, „das echte Europa, unsere wertvolle und uner­setzliche Zivili­sation und Kultur“ (1) zu zerstören. Insbesondere in dem „Hippie-Staat“  Deutschland, der – so Anthony Glees  – den Ver­stand verloren habe, treiben die politischen Führer sektiererhaft die Zahl der Blutopfer, die sie auf den Altären ihres „falschen Christentums“ (13) darbringen, täglich in neue Höhen.  Dies geschieht offenbar ohne Reue und Einsicht in die Gesetze von Ursache und Wir­kung oder – was noch schlimmer ist -, indem man die Toten und Verwundeten der „Multikulturie­rung“ als Kollateralschäden deutet, die man für das „historisch einzigartige Experiment“ achsel­zuckend in Kauf nimmt.

8.. Das römische, griechische und christliche Erbe Euro­pas wird zugunsten einer falsch verstandenen Aufklärung ignoriert, Begriffe wie „Kritikfähigkeit“ und  „Aufklä­rung“ (21) werden in ihr Gegenteil verkehrt und führen zu einer Unkultur von „Illusionen und Selbst­täuschungen“ (4).[3]

9.. Die „Verlockung des Imperiums“ (7u.a.), die „imperialen Versuchungen“ (13)  lassen  die selbstbe­stimmte Kultur und die „Errungenschaft der Volkssouveränität“ (13), welche die einzelnen europäi­schen Länder sich erkämpft haben, als Feind erscheinen. Ein falscher Universalismus ist von „Vorur­teilen, Aberglauben und Igno­ranz“  (3) be­stimmt, begleitet von eitlen, „selbstbeweihräuschernden Visionen einer utopischen Zu­kunft“ (3).

10.. Der sog. Multikulturalismus mit seinem „Aberglauben an einen unaufhaltsamen Fortschritt“ (3) ist gleich in mehrfacher Hinsicht einfältig-hochmü­tig-verderbt. „In einer geradezu ironischen Wen­dung seines imperialistischen Den­kens leitet ihn  der einfältige Glaube, „daß, irgendwie, durch die Ge­setze der Natur oder der Ge­schichte, „sie“ notwendigerweise so werden wie „wir“ – und es scheint ihnen undenkbar, daß das Gegenteil stimmen könnte. In der Zwischenzeit wird der offizielle Multikul­turalismus als therapeuti­sches Mittel eingesetzt, um die unglücklichen, aber nur „zeitweili­gen“ kultu­rellen Spannungen zu verwalten.“ (18) Nicht zuletzt wird die Ideologie des Multikultura­lismus auch als Mittel eingesetzt, um die europäische Kultur und Tradition und das Christentum Zug um Zug  zu verdünnen und aufzulösen.

11.. Die allermeisten Einwanderer in Europa können es nur als Zumutung verstehen, EU-„Werte“ wie Egalitarismus, Relativismus und Genderideologie[4] übernehmen zu sollen, „Werte“, welche u.a. die Zerstörung des Schamgefühls, die Stimulierung der sexuellen Begierden, Verwirrung der Moralbe­griffe und die Blockierung  des Gewissens anstreben. Es ist in der Tat damit zu rechnen und nur zu gut verständlich, daß Einwanderer solche EU-„Werte“ geradezu als Rechtfertigung ihres Eroberungs­drangs und wachsen­den Machtanspruchs verstehen. Zentrale Werte der meisten Einwanderer mögen Euro­päern despo­tisch, menschen- und frauenfeindlich erscheinen, EU-„Werte“ wie Relativismus, Materi­alismus und eben die Genderideo­logie verstehen nicht nur Anhänger der Lehren Mohammeds als krank und zer­störerisch. Wenn sich mancher Europäer aus dem europäischen Kulturkreis verab­schiedet, indem er zum Islam übertritt, mag dies bedauerlich oder tragisch sein, überraschend ist es nicht –  angesichts der  vorherrschenden Politik des falschen Europas.

Es ist in jedem Fall völlig absurd und zeugt von Verblen­dung oder Tollheit anzunehmen, daß die von den Multikul­turalisten in Eu­ropa eingeschleusten Einwanderer mehrheitlich die Familie und Sitte zer­störerische EU-Ersatz­reli­gion des Genderismus, des Werterelativismus und des Materia­lismus über­nehmen wer­den. Die Neuansiedler werden diese EU-„Werte“ durch ihr Wertesystem Zug um Zug er­setzen.

12.. Es ist den Einwanderern überhaupt nicht zu verdenken, wenn sie sich als „Kolonisten“ (23) mit „informeller Au­tonomie unter lokalen Gesetzen“ einrichten, immer mehr ausbreiten und durchset­zen.  „Immigration ohne As­similation ist Kolonisation“ (27). Derartige Vorgänge sind längst im Gange. Sie werden gerade in letzter Zeit durch die Vertreter des falschen Europas unter­stützt und vorange­trieben. Die Deutschland beherrschenden Vertreter des falschen Europas tun sich derzeit durch ganz besonderen Eifer hervor. Schon jetzt ist ihnen dafür ein ganz besonderer Platz in den An­nalen der deutschen und europäischen Geschichte sicher. Die Außenposten der Pa­rallelgesell­schaf­ten, die zunächst in Großstädten auf eine Struktur des Staats im Staate hinauslaufen, nehmen auf diese Weise an Zahl und Umfang ständig zu. Die Neuansiedler in diesen wachsenden Einheiten fühlen sich ihrem europäi­schen Umfeld sowohl moralisch als auch zeitlich-tendenziell überlegen, in vieler Hin­sicht durchaus mit Recht – in dem Maße nämlich, in dem Europa bereits von den Werten des ideolo­gisch verblendeten, materialis­tisch-hedonistischen Unwerteka­nons der Europäischen Union korrum­piert ist.

I.b Werte und Wesen des wahren Europas

Deshalb ist es auch kein Gegensatz, ein guter Deutscher und ein „guter Europäer“ zu sein; ein Konflikt zwischen national und „international“ existiert nicht. (Harry Graf Kessler, 1868 – 1937)

Retter Europas ist vor allem, wer es vor der Gefahr der politisch-religiös-sozialen Zwangseinheit und Zwangsnivellierung rettet, die seine spezifische Eigenschaft, nämlich den vielartigen Reichtum seines Geistes bedroht. (Jakob Burckhard, 1818 – 1897)

13.. Die Charakterisierung der Europäischen Union hat die eigentlichen Werte Europas zum Teil schon deutlich werden lassen. Darüber hinaus sollen an dieser Stelle  Elemente des wahren Europas noch etwas klarer her­ausgearbeitet werden.

14.. Als Erben der Griechen und Römer streben die Europäer „nach Größe, der Krone der klassi­schen Tugenden der Antike“ (11). Dies Streben nach Vortrefflichkeit soll „die Männer und Frauen Europas inspirieren, musikalische und künstlerische Werke von unübertrefflicher Schönheit zu schaffen und die außergewöhnlichen Durchbrüche im Bereich der Wissenschaft und Technik zu errei­chen.“ (11)

15.. Das wahre Europa steht in der Tradition „bürgerlicher Mitbestimmung und dem Geist philosophi­schen Zweifels“, die uns Römer und Griechen vermittelt haben (11).

16.. Europa ist „ein lebendiger Entwurf“, nicht eine auf „historischer Selbstvergessenheit und Ableh­nung des Eigenen“ beruhende utopische Blaupause eines  „falschen Universalismus‘“ (12).

17.. Europa hat immer auch spezifische Formen des Strebens nach Selbsvervollkommnung bedeutet, welche vor allem in christlich-religiöser Form und der Tradition der Aufklärung ihren Ausdruck gefun­den haben und weiter finden werden, wenn Europa weiter bestehen soll. „Unsere Tugenden sind zwei­felsfrei christlichen Erbes: Gerechtigkeit, Mitgefühl, Gnade, Verge­bung, Friedfertigkeit, Wohltätig­keit.“ (10) Diese Tugenden müssen im wahren Europa gepflegt und weiter­entwickelt wer­den. Die „christliche Revolutionierung der Beziehung von Männern und Frauen als Gemeinschaft in gegensei­tiger Hingabe und Treue in der Ehe“ (10) sind gerade der Jugend wieder deutlich zu machen und vor­zuleben. „Die meisten Opfer, die wir bringen, bringen wir um unserer Kinder und Ehe­partner willen. Diese Haltung der Selbsthingabe ist ein weiterer christlicher Beitrag zu dem Europa, das wir lieben.“ (10)

18.. Zum klassischen und christlichen Erbe ist bereits sehr früh eine hohe Wertschätzung der Frau in Europa getreten, die sich bekanntlich auch aus der hohen Stellung der Frau bei den Germanen herlei­tet. Diese verbindet sich mit der Verehrung der Gottesmutter als höchstem Menschen nach Christus. Als erste Hochkultur in Europa bringen diese Vorstellungen nicht nur das Minnewesen und die Lie­beslyrik dieser Zeit hervor. Erziehungsziele eines verehrenden, beschützenden und rücksichts­vollen Umgangs mit Frauen sind seit dieser Epoche bis heute existent, wenn derzeit auch nicht über­all be­kannt.

Im Augenblick ist durchaus auch nicht jedermann bewußt, daß neben der Ritterlichkeit gegenüber Frauen ganz andere Formen der Ritterlichkeit, auch und gerade gegenüber Menschen, die uns als Kontrahenten  in Erscheinung treten, Teil unseres europäischen Erbes sind. Die Idee der Fairneß lei­tet sich bekannt­lich nicht nur aus dem Sportwesen her, dessen Ursprünge vergleichsweise jung sind.[5]

Unter dem Einfluß des falschen Europas hat sich das Bewußtsein verdunkelt, daß in dieser mittelal­terli­chen Hochkultur die Ursprünge eines kultu­rellen Zusammengehö­rigkeitsge­fühls und verbindenden Ethos‘ auf höchstem NIveau liegen  –  länder­übergreifend und länderverbin­dend. Hier liegt die Geburts­stunde des  europäi­schen Gedankens!

Dieses Ethos des zivilisierten Umgangs der Geschlechter miteinander, aber auch eines zivilisierten  Umgangs auf politischer Ebene und im nichtpolitischen Diskurs und gesellschaftlichen Verkehr ganz all­gemein macht einen Kern­bereich des wahren Europas aus. Eine Wiederbelebung derartig typisch europäischer Lebensart und Lebenskultur ist nicht nur zeitgemäß, sondern angesichts einiger Er­scheinungen der Ge­genwart zeitnotwendiger denn je.

Wir sind in der Tat Zeuge einer Vulgarisierung, einer „zur leeren Konformität einer konsum- und me­dienge­steuerten Kultur“ (15) verkommenden Zivilisation, wir erleben tagtäglich ein „Vakuum…, das nun­mehr mit sozialen Medien, Billigtourismus und Pornographie ange­füllt wird“ (15). Zudem  erleben wir durch Einwanderung das Eindringen einer sehr „ro­busten“, d.h. archaischen-unterentwickelten und frauenfeindlichen Männ­lichkeitsideals.

Angesichts solcher Fehl­entwicklungen ist die Tradition europäischer zivilisierter gesellschaftlicher Verkehrsfor­men für unsere Jugend ein deutlich höherstehendes und plausibleres Identi­fikationsan­gebot als eben die aus dem Süden eingeführten archaischen Verhaltensmuster oder die grassierende Vulgari­sierung oder gar die Leitidee eines „ge­genderten“, d.h. verweibischten Mannes und einer vermänn­lichten Frau.

19.. Das wahre Europa steht für „intellektuelle Redlichkeit und Objektivität“ (21), wie sie uns bereits aus mittelalterlichen, besonders aber aus Diskursen seit der Aufklärung  vertraut sind. Nicht Gesin­nung und Ignoranz, wie sie uns z.B. über politisch korrekte Sprache im Europa der EU in immer ab­surderen Volten andressiert werden, sondern Freiheit des Geistes, Urteilsfähigkeit und Mündigkeit sind typisch europäisch und ein Garant einer selbstbestimmten, hohen, belebenden und Geist einflö­ßenden Kultur. Die Entwicklung eines zu ausgewogenem Urteilen befähigten Denkens – in sachlogi­scher, sittlicher und ästhetischer Hinsicht – ist nicht zu bekämpfen, sondern mehr denn je zu för­dern und zu unterstüt­zen. Die Freiheit der Wissenschaft darf weder durch Vorgaben wirtschaftlicher In­teressen noch durch ide­ologische Vorgaben eingeschränkt werden. In Gesellschaft und Wirtschaft dürfen keine ideologie­ge­leiteten Einschränkungen unserer Selbstbestimmung und Handlungsmög­lichkeiten gelten. Die Ver­tragsfreiheit ist in allen europäi­schen Ländern in vollem Umfang wiederher­zustellen. Sie ist ein unver­zichtbares Grundrecht aller Europäer.

20.. Wahre Europäer sind für Vielfalt, allerdings nicht für die Vielfalt immer dekadenterer Formen des Konsums oder  der Vielfalt einer inflationär steigenden Zahl von „sexuellen Orientierungen“, sondern vielmehr für die Vielfalt der europäischen National- und Regionalkulturen. Besucht man als Europäer ein Nachbar­land, so ist einem dieses – als europäisches Land – vertraut und doch mitunter neu und unge­wohnt, ist man doch bei der kennzeichnend europäischen und doch anders gearteten National­kultur des Nachbarn zu Gast. Dies ist Teil des Reizes, den Eu­ropa für Europäer und die ganze Welt ausmacht.

21.. Europäische Einheit ist legislative nationale Vielfalt: „Weiterhin liefert das christliche Evange­lium kein umfas­sendes göttliches Gesetz, weshalb die Verschiedenheit der säkularen Gesetze der Natio­nen bekräftigt und geehrt werden können, ohne eine Gefahr für die europäische Einheit zu sein.“ (9) In universalistischem Furor wollen EU-Bürokraten offenbar mit aller Gewalt hinter den Erkenntnisstand zurück, daß Gesetze nationalen Besonderheiten gerecht werden müssen, ein Erkenntnisstand, der Europä­ern ab der Frühzeit der Aufklärung vertraut ist (vgl. Montesquieu, De l’esprit des loix, 1748).

22.. „Ein europäischer Geist der Einigkeit erlaubt es uns, Vertrauen in die Sicherheit des öffentlichen Raums zu haben, selbst wenn wir einander als völlig Fremde begegnen. Die öffentlichen Parkanlagen, die zentralen Plätze und die breiten Boulevards der europäischen Ortschaften und Städte drücken das europäische politische Bewußtsein aus: wir teilen unser gemeinsames Leben und die res publica.“ (6)  Als eine der vorrangigen Aufgaben erscheint es heute,  für ein Europa, in dem es sich zu leben lohnt, die Sicherheit für Leib und Leben – für alle, besonders für Frauen – in diesem öffentli­chen Raum im vollen Umfang wie­derherzustellen, d.h. energisch wirklich alle dazu notwendigen Maßnahmen zu er­greifen, damit dieser Raum bald wieder so sicher sein wird, wie er es vor einigen Jahrzehnten noch gewesen ist.

23.. Weder Tyrannei noch Willkür, sondern Freiheit, Freiheit ganz allgemein, Freiheit im Denken, Frei­heit in der Spra­che, im Sprechen, im Diskurs und Freiheit im Handeln, so wie es den besten Überliefe­rungen und Gewohnhei­ten unser jeweili­gen Vater­länder entspricht, sind wieder herzustellen, zu sichern und  weiterzuent­wickeln.Unser Sinn sei gerichtet auf unser Stre­ben nach Ver­vollkomm­nung unserer selbst und unserer Umwelt, auf Bewährung zum Wohle unserer selbst und unserer Mit­men­schen, dies im Sinne der besten kulturellen Traditionen, die unsere jewei­ligen Länder und unser Erd­teil ins­gesamt hervorge­bracht haben.

24.. Mit keinem anderen Bemühen als mit diesem Streben können wir unseren Heimatländern, unse­rem Erdteil und allen Menschen insgesamt nützlich sein und sie selbst zu überragenden Leistungen anregen. Die­ses und kein anderes Europa verdient unsere tiefe Zuneigung und unseren selbstlosen Einsatz. Um unserer selbst, um un­serer Kinder, um unserer Völker willen – zum Wohle aller Men­schen Europas und der Welt insgesamt.

Wir bekennen uns auch ausdrücklich zur Erklärung 2018, die zu Behebung eines Teilbereichs der Krise aufruft, in die wir geraten sind.

Wir Europäer werden Europa im Geist des vorliegenden Entwurfs erneuern  – oder Europa wird in moralisch-kulturellem Niedergang und Fremdbestim­mung un­tergehen.

 

Kurzzusammenfassung:

II.a Wofür die Europäische Union steht:

Es gibt keine grausamere Tyrannei als die, welche unter dem Deckmantel der Gesetze und unter dem Schein der Gerechtigkeit ausgeübt wird. (Charles-Louis de Montesquieu, 1689-1755)

Die EU ist gefangen in Unwissen, Vorurteilen und Ressentiments ge­gen­über der eu­ropäischen Kultur (1.., 2..).

Sie ignoriert die christlichen Wurzeln Europas. Das Menschenbild der EU ist materi­alistisch, sie propagiert dementsprechend eine utopische Ersatzreligion mit „Selbst­verwirklichung“ im Sinne sexueller Deregulierung und Konsumfi­xiertheit.

Ignoranz, Halbwissen und Borniertheit füh­ren zu einem wertblinden Relati­vismus. Durch eine allgemeine Schädigung des Unterschei­dungsvermö­gens wird den Vertre­tern eines gegenderten, relativistisch-materialistischen Welt­bildes das klassische Menschenstreben nach dem Guten, Wahren, Schö­nen zum „sozia­len Konstrukt“. Demgemäß fördert die EU auch den Sittenver­fall und unterminiert die Grund­lagen von Familie und Gesellschaft. (3.., 4..)

Die EU predigt ihre Ersatzreligion – mit Glaubensbekenntnis (EU-Verlautba­rungen und Propaganda), Kirchenbann und Verfolgung (Verfolgung von Kriti­kern durch Aus­grenzung und Ermunterung zu physischen Angriffen auf Kriti­ker) (5.., 6..).

Die EU gängelt die Gesellschaft, indoktriniert die Jugend, sie hat eine Tyrannei der herrschenden Meinung etabliert. ((7..) Die EU strebt eine „erzwungene Einheit eines Imperiums“ (8.) an, das von ei­nem naiven „Aberglauben an einen unaufhaltsamen Fortschritt“ geprägt ist.    ( 9..)

In ihrer Verblendung glauben die Vertreter der EU wirklich, die Einwanderer würden ihre absurden materialistischen Wahnvorstellungen als akzeptable Werte über­nehmen. In Wirklichkeit unterstützen die EU-„Werte“ nur eine feind­liche Über­nahme Europas. (10..) Aus welchen Gründen auch immer för­dern die EU-Mandarine die fortschreitende Land­nahme, die vor unser aller Augen in den Großstäd­ten täglich stattfindet. (11..)

II.b Wofür das wahre Europa, wofür die Al­ter­native für Deutschland steht:

Der Mensch ist für eine freie Existenz gemacht, und sein innerstes Wesen sehnt sich nach dem Voll­kommenen, Ewigen und Unendlichen als seinem Ur­sprung und Ziel. (Matthias Claudius, 1740-1815)

Europa steht für das Streben nach Selbsvervollkommnung und das Streben nach Größe und Vortrefflichkeit – z.B. im Bereich der Kunst und Wissenschaft. (13..) Europa steht für Mitbestimmung und das Recht auf Widerspruch (auch: den Geist des philosophischen Zweifels) (13..), Europa steht für einen leben­den Entwurf – statt eines falschen Universalis­mus‘ (12.., 14..)

Europa steht für die Tugenden, die sich aus dem Christentum herleiten: Ge­rechtig­keit, Mitgefühl, Gnade, Vergebung, Friedfertigkeit, Wohltätigkeit. (15..) In europäi­schem Verständnis leitet sich aus dem Christentum die Ehe als Ge­meinschaft ge­genseitiger Hingabe und Treue in der Ehe her, in welcher den Kin­dern und dem Ehepartner die meisten Opfer gebracht werden. (15..)

Europa steht für eine vor fast 2000 Jahre entstandene und sich entwickelnde Tradi­tion einer hohen Wert­schätzung der Frau, die sich vor allem auch im und durch das Christentum zum Stre­ben einer verehrenden und liebenden Ein­stellung der Ehe­partner zuei­nander entwickelt hat, die von Gleichwertigkeit ausgeht, aber nicht na­turwid­rige Gleichschaltung anstrebt. (13..)

Europa steht auch für Ideale wie Fairneß und Ritterlichkeit, d.h. auch für ein Ge­schlechterideal, das – aktueller und wichtiger denn je – sowohl den aus Nord­afrika und Asien importier­ten archaischen Männlichkeitsidealen als auch Konsumfixiert­heit und Gend­erismus sichtbar und einleuchtend  überlegen ist. (16..)

Europa steht für intellektuelle Redlichkeit und das Streben nach Objektivität (17..), für die Freiheit des Geistes und für Mündigkeit (statt Gesinnung) (17..),Europa steht für Handlungsfreiheit (17..) und Freiheit der Wissenschaft (17..), Europa steht für Vertragsfreiheit (17..) und Freiheit der nationalen kulturellen Selbstbe­stimmung (18..), für Freiheit der nationalen Gesetzgebung (19..) und für Frei­heit, sich im öf­fentlichen Raum gefahrlos bewegen zu können (20..).

Wenn Sie dem vorliegenden Text zustimmen oder ihn für eine anregende Grundlage für den staats-, wirtschafts-  und kulturpolitischen Diskurs halten, dann leiten Sie ihn bitte an alle diejenigen weiter, von denen Sie annehmen, daß diese den Text verstehen und mit Gewinn lesen können.

Zum Schluß:

Nicht nur ein Verständnis unserer Lage haben wir durch die Pariser Erklärung 2017 erlangt. Eine zweite Tatsache wird durch die Pariser Erklärung 2017 deutlich: Es ist nicht nur der Fall, daß lediglich aus einem wirklich tiefen Verständnis der Ursachen unserer Krise sich auch eine wirkliche Orientierung für die Rettung Europas vor dem Absturz in die Barbarei herleiten läßt. Vielmehr gilt auch folgendes: Reformen, die nicht ganz grundsätzlich sind und durch­greifend wirken und sich nur auf beschränkte politische Aushilfen für den Augenblick beschränken, sind der Mühe all derjenigen nicht wert, welche die Sorge um Land und Konti­nent um­treibt und zum Teil zu großen Anstrengungen und persönlichen Opfern bewegt. Nur mit einer geistig-moralischen Wende in Geist und Tat, mit Mut und Kraft, nur mit einer Wende, welche auch die nähere und fernere Zukunft bedenkt, wird sich das Schick­sal Europa wenden lassen. Nur auf dem Erkenntnisniveau der Pariser Erklärung 2017 und von ei­nem dem angemessenen und von Tatkraft geprägtem Handlungsethos be­geistert, wird dies uns gelingen.

 

[1] Die Pariser Erklärung 2017  läßt sich aus dem  Internet herunterladen.

[2] Gedanken, die der Erneuerung Europas und Deutschlands dienen sollen, in der NS-kontaminierten „Missstand“-Orthographie zu formulieren, wäre – hinsichtlich Konsequenz und Kom­petenz – der Glaubwürdig­keit aller vorgetragenen Erneuerungsversuche abträglich. Nicht nur das: Es wäre grotesk, Sprachkontaminatio­nen, die braunen, roten bzw. braun-roten Ungeist aus der Jahren 1941-45, 1968, 1996 bzw. September 2015 widerspiegeln, in Texten mit reformerischer Absicht alle zwei Zeilen grellrot in die Augen schießen zu lassen. Deshalb orientiert sich auch der vorliegende Text – wie die Pariser Erklärung 2017 – an der klassischen Ortho­graphie. Die Form sei auch hier die Form des Inhalts. Zur Diskussion der umfassenden wissen­schaftlichen Lite­ratur dazu für sprachinteressierte Leser hier nur zwei Empfehlungen: Hanno Birken-Bertsch, Rein­hard Markner, Rechtschreib­reform und Nationalsozialismus, Eine Veröffentlichung der Deutschen Aka­demie für Sprache und Dichtung Göttingen: Wallstein Verlag,, 2000), Theodor Ickler, Falsch ist richtig (München: Droemer Verlag, 2006)

. [3] Der Begriff der Aufklärung ist ein zentraler Begriff der Moderne. Nur ein Beispiel an dieser Stelle, das zeigt, wie der Begriff „Aufklärung“ in sein Gegenteil verkehrt wird: Über die Ereignisse auf der Kölner Domplatte wurde erst nach drei Tagen durch Staatsmedien und Regierungsstellen unwillig und zögerlich berichtet, erst dann, als sich dies aufgrund der Aufklärung durch die sozialen Netzwerke nicht mehr umgehen ließ. Einige Zeit später folgte als Retourkutsche auf Meinungsvielfalt im Netz das Netzdurchsetzungsgesetz, welches dem freien Informations- und Meinungsaustausch der Bürger einen Riegel vorschieben soll. Die nichtstaatlichen Medien unterscheiden sich grundsätzlich nicht von Staatsfunk und Regierungsstellen: Nach dem sog. „Pressekodex“ (Fassung Frühjahr 2017) existiert eine sog. Selbstverpflichtung der Presse, daß die Zugehörigkeit eines Straftä­ters zu einer ethnischen, religiösen oder anderen Minderheit „in der Regel nicht erwähnt werden soll, es sei denn, es besteht ein begründetes öffentliches Interesse“. Ein solches Interesse besteht eigentlich immer. Je mehr man über den jeweiligen Täter weiß, umso umfassender ist man über Tat und Täter aufgeklärt. Wer ent­scheidet aber darüber, ob der Hintergrund des Täters bekannt gemacht wird? Die politische Einstellung des Journalisten oder der Redaktion. Begründet wird das Verschweigen des Täterhintergrunds i.a. mit dem Hinweis, man wolle keine „Vorurteile“ schüren. Ein Mehr an Information, eine entsprechend faktengestützte objektivier­tere Beurteilung von Tatsachen wird als potentiell „Vorurteile“ fördernd und nicht als ein Fortschritt an Aufklä­rung gedeutet. Der Begriff Aufklärung wird auf diese Weise in sein Gegenteil verkehrt, „aufgeklärt“ ist in die­sem Sinn der Bürger, der eine wahrheitsresistente vorgefaßte Gesinnung hat. Hilfreich in diesem Sinn ist ein Ignorieren von Tatsachen, diese sind im Zweifelsfalle dem interessierten Bürger vorzuenthalten, dann nämlich, wenn er eigene, d.h. vielleicht die „falschen“ Schlüsse ziehen könnte.  Ein solches Vorgehen betreibt das Ende jeder Aufklärung. Das ist EU – und nicht das wahre Europa.

[4] Seit dem Vertrag von Amsterdam von 1997/1999 ist Gender-Mainstreaming (Gender als „Querschnittsauf­gabe“) erklärtes Ziel der Europäischen Union. In Deutschland wird Gender-Mainstreaming 1999 durch Kabi­nettsbeschluß „zum Leitprinzip und zur Querschnittsaufgabe der Politik“ erklärt.

[5] Ereignisse gerade der letzten Zeit in so ganz unterschiedlichen Gebieten wie die Unterhaltungsindustrie (Harvey Weinstein) und der Welt der Politik (Umgang mit AfD-Politikern) machen nur zu deutlich, daß manche Medienvertreter und Politiker die Richtschnur für höfliches, ehrliches, gerechtes und anständiges Verhalten erst wiederentdecken müssen.

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