148.311 Menschen werden in Deutschland mit offenen Haftbefehlen gesucht. 87,3 Prozent von ihnen besitzen keine deutsche Staatsangehörigkeit. Das geht aus aktuellen Medienberichten über eine Antwort des Bundesinnenministeriums hervor.
Die Zahlen zum Stichtag 1. Juli 2026 werfen Fragen zur inneren Sicherheit und zur Durchsetzung unseres Rechtsstaates auf.
Unter den Gesuchten befinden sich 16.123 rumänische, 12.721 polnische, 6.869 georgische und 6.696 türkische Staatsangehörige. Insgesamt waren 170.667 offene Haftbefehle registriert, teilweise mehrere gegen dieselbe Person.
Allerdings bedeutet ein offener Haftbefehl nicht automatisch, dass jemand wegen einer schweren Gewalttat gesucht wird. Viele Haftbefehle betreffen die Vollstreckung von Strafen, darunter auch nicht bezahlte Geldstrafen. Zudem können sich Gesuchte bereits im Ausland aufhalten.
Trotzdem bleibt eine entscheidende Frage an Bundeskanzler Friedrich Merz:
Wie will die Bundesregierung sicherstellen, dass Haftbefehle konsequent vollstreckt, gefährliche Straftäter gefasst und ausreisepflichtige Straftäter im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten tatsächlich abgeschoben werden?
Die Debatte über Migration darf nicht bei Grenzkontrollen und Ankündigungen stehen bleiben. Entscheidend sind überprüfbare Ergebnisse bei Fahndung, Strafvollstreckung und Rückführung.
Herr Merz, an diesen Ergebnissen muss sich Ihre Migrations- und Sicherheitspolitik messen lassen.
Quelle: NIUS, 9. Oktober 2026; Deutscher Bundestag, Drucksache 21/7156.
